Die Trans*Voice-Stimmarbeit
(Male-to-Female (MtF))

Als biologischer Mann geboren, meistens bereits durch die Veränderungen der Pubertät stimmlich eindeutig durch einen männlichen, tiefen Stimmklang geprägt, suchen Frauen im Zuge ihrer Transition von Mann zu Frau nach Hilfe, um auch stimmlich ihre Weiblichkeit auszudrücken. Gebraucht wird dabei eine kompetente Unterstützung, die mit dem Thema der Stimmfeminisierung mit allen Höhen und Tiefen vertraut ist und die auf die speziellen Bedürfnisse und Feinheiten im stimmlichen Passing spezialisiert ist. Die Trans*Voice-Stimmarbeit für Transgender, Transsexuelle, Transidente basiert auf umfassendem Fachwissen, Empathie und Zusammenarbeit. Wir lernen Sie dort kennen, wo Sie sich gerade befinden und begleiten Sie als Partner auf Ihrer Reise zur weiblichen Stimme.

Transgender Flagge

Stimmfeminisierungs-Operation – ja oder nein?

Eine Stimmfeminisierungs-Operation ist eine sinnvolle Option, wenn:
* die Klientin große Schwierigkeiten hat, die Tonhöhe zu heben (oder es gar nicht schafft)
* ein Transfer der erhöhten Sprechstimmlage in den Alltag nicht gelingt
* die Tonhöhe in Situationen wie Husten und Niesen ungewollt sinkt
* der Gebrauch der weiblichen Stimme zu starkem Schmerz oder Anspannung führt
(Södersten et al. 2019).

In der DEUTSCHEN STIMMKLINIK bieten wir ein Stimmfeminisierungs-Komplett-Paket (stimmangleichende Operation plus Trans*Voice-Stimmarbeit) an. Nach unserer Meinung und aus tiefer Überzeugung bietet die Kombination aus stimmerhöhender Operation eingebettet in Übungen zu allen weiteren, für die weibliche Stimme relevanten Aspekte, die überzeugendsten Ergebnisse. Die internationale aktuelle Studienlage unterstützt dieses Modell. Lesen Sie dazu auch einen Artikel zum Thema Stimmfeminisierung von Birte Heckmann in einer Logopädie Fachzeitschrift.
Selbstverständlich können Sie sich auch nur für die Stimmarbeit ohne Operation entscheiden, auch auf diesem Weg unterstützen wir Sie gern. Eine Entscheidung zur Glottoplastik ist jederzeit möglich, sollten Sie das Gefühl haben, dass die Ergebnisse ohne Operation nicht zufriedenstellend sind.
Viele aktuelle Fragen und die Antworten rund um die stimmangleichende Operation finden Sie hier …

Hier ein Beispiel, wie die Stimme vor und nach einer Stimmfeminisierungsoperation klingen kann. Diese Patientin hat noch einige Stunden Trans*Voice Stimmarbeit vor sich, die ihre Stimme noch verbessern werden.

Trans*Voice-Stimmarbeit

Auch ohne sich einer stimmerhöhenden Operation zu unterziehen, können Sie auf unsere Begleitung auf dem Weg zur weiblichen Stimme zählen. Die Stimme in die Weiblichkeit zu führen, steht für einige MzF-Transidenten am Anfang ihres Weges, manche haben bereits andere Anpassungen vorgenommen. Egal, an welchem Punkt der Transition Sie sich befinden – die Feminisierung der Stimme bringt Sie einem erfolgreichen Passing deutlich näher.
Für diesen Prozess nehmen wir uns alle Zeit, die Sie brauchen. Erfahrungsgemäß variiert die Zeit der Umstellung stark von Frau zu Frau und ist geprägt von Phasen des Frustes genauso, wie von Glücksmomenten des Erfolgs. Im geschützten Rahmen probieren wir Dinge aus und überlegen, wie Sie den Transfer in den Alltag am besten angehen. Mit Audio- und Videoaufnahmen stärken wir Ihre Selbstwahrnehmung und dokumentieren Ihre Weiterentwicklung.

Birte Heckman ist Logopädin und Stimm- und Sprechtrainerin. Seit einigen Jahren hat Sie sich auf die Stimmarbeit mit Trans Frauen spezialisiert und schon einige Frauen auf dem Weg zur weiblichen Stimme begleitet.

Trans*Voice Stimmarbeit in Kombination mit der Stimmoperation „Glottoplastik“ als Komplettpaket

Zu diesem „Paket“ gehört die stimmerhöhende Operation „Glottoplastik“ mit Vor- und Nachsorge sowie 10 Stunden Trans*Voice-Stimmarbeit. Das erste Gespräch führen die Stimmtherapeutin und der operierende Arzt gemeinsam mit der Klientin. Während dieses Gespräches können interdisziplinär meist schon die brennendsten Fragen geklärt und gute Einsichten in die bevorstehende Stimmtransition gewonnen werden. Bei bestehenden stimmlichen Problemen werden erste Übungen erarbeitet, um die Voraussetzungen für eine später bessere Stimme zu schaffen. Die weiteren Stunden finden nach der Operation statt, um einen sicheren Einstieg in die neue Stimme zu begleiten und Ihnen Unterstützung bei der gesunden Stimmnutzung zu bieten. Bei der Planung Ihrer Folgetermine versuchen wir, ärztliche und stimmtherapeutische Maßnahmen zu verbinden, damit Ihre Anreise so effektiv wie möglich genutzt werden kann. Einzelne Fragestellungen können auch via Skype bearbeitet werden, auf diese technische Möglichkeit greifen wir aber nur bedingt zurück, um Qualität und Genauigkeit der feinen Stimmarbeit gewährleisten zu können.
Da der Großteil unserer Klientinnen nicht aus Hamburg stammt, möchten wir Ihnen mit diesen 10 Stunden einen ersten Einstieg und ein Verständnis für die Arbeit an Ihrer femininen Stimme bieten. Gern unterstützen wir Sie darin, für den weiteren Verlauf eine Stimmtherapeutin in Wohnortsnähe zu finden und freuen uns über weiteren Austausch, sollte dieser gewünscht sein.

Inhalte der Trans*Voice-Stimmarbeit

    • Verständnis der Stimm- und Sprechabläufe
    • Eigen- und Fremdwahrnehmung des Sprechens und der persönlichen Wirkung
    • Formulieren von Wünschen, Zielen und Vorbildern
    • Übungen zum Warm-Up, Cool-Down sowie zur Prophylaxe und Stimmhygiene
    • Übungen zu weiblicher Artikulation, Sprachmelodie und Sprechweise
    • Ausarbeitung der weiblichen Tonhöhe (wenn nötig)
    • Verstärken der weiblichen Resonanzen
    • Belastbarkeitstraining der neuen Stimme ohne Überlastung des Kehlkopfes
    • Bodylanguage – Erarbeitung einer individuellen und authentischen Körpersprache
      (z.B. Mimik / Gestik / Körperspannung (Tonus) / Haltung / Bewegung / Ausdruck)
    • Übungen für Zuhause
Singstimme
Für professionelle Sänger bieten wir zusätzlich auch gesangspädagogische Begleitung an.

Bausteine der Trans*Voice-Stimmarbeit

  • Anamnese, Diagnostik, allgemeiner Eindruck Gespräche, Selbstauskunft, Technische Features, Gespräche, Stimmdiagnostik, Stimmfeldmessung, Stimmaufnahmen
  • Stimmhygiene Verständnis der Stimm- und Sprechvorgänge, Informationen zum postoperativen Stimmverhalten, Allgemeine stimmhygienische Maßnahmen
  • Atmung, Zusammenhänge zwischen Atemdruck und Stimmeinsatz, Phonation und Artikulation
  • Tonhöhe (Ohne OP) Techniken zur Anhebung der Sprechstimmlage unter Berücksichtigung der muskulären Möglichkeiten
  • Resonanz / Stimmfunktionsbereiche / „Timbre“ Flexible Veränderung des Vokaltraktes zur Erlangung weiblicher Resonanzen
  • Prosodie (Sprechmelodie) / Modulation Erarbeitung natürlicher, weiblicher Betonungsmuster
  • Artikulation Erarbeiten einer feineren, präziseren, flexibleren Artikulation
  • Wortschatz, Syntax, Topics „Geschlechtertypische“ Wortwahl und Satzaufbau
  • Nonverbale Kommunikation Bewegung und Gesten, Auftreten, Haltung, Mimik, schlecht kontrollierbare Naturlaute vermeiden
  • Stimmeinsätze und -absätze Vermeidung von unphysiologischen und harten Stimmeinsätzen
Menü
Back