Sulcus vocalis

Ein Sulcus vocalis ist eine längs zur Stimmlippenachse verlaufende „Furche“ im Stimmlippenepithel, die zu einer Einschränkung der Verschieblichkeit der Schleimhaut führt. Dies kann ein- oder beidseitig auftreten. Die Stimme ist heiser und angestrengt, meist mit erhöhter Sprechstimmlage.

Die Diagnosestellung bei der Endoskopie gelingt in örtlicher Betäubung nur mit besonderer Untersuchungstechnik und hochauflösenden Optiken. Die Behandlung eines Sulcus vocalis ist schwierig, erfordert viel Erfahrung und führt häufig nicht zu einer Normalisierung der stimmlichen Leistungsfähigkeit. Weniger ausgeprägte Veränderungen werden häufig erst bei einer Narkoseuntersuchung diagnostiziert, wenn die Stimmlippen mit Instrumenten ausgetastet werden können. Manchmal sind dabei weitere Zeichen für eine Fehlbildung zu finden, wie beispielsweise eine „mucosal bridge“ oder eine Epidermoidzyste.

Die Ursache eines Sulcus vocalis ist nicht völlig geklärt. In vielen Fällen scheint es sich um eine Fehlbildung oder eine Veranlagung zu handeln. Besonders in den östlichen Ländern von der Türkei bis Indien ist eine familiäre Häufung zu finden. Die Stimmstörung kann ggf. erst im Erwachsenenalter auftreten oder zumindest dann erst sehr deutlich werden.

Als stimmverbessernde Maßnahme ist zunächst eine Stimmtherapie zu empfehlen. Für eine operative Behandlung eines Sulcus kommt in erster Linie eine Augmentation der Stimmlippen zur Verbesserung des Glottisschlusses in Frage. Eine Exzision des Sulcus mit der nicht vollständig geschichteten Schleimhaut ist zu erwägen, dieser Eingriff ist aber aufwendig und führt nicht immer zu einer ausreichenden Stimmverbesserung.

Menü
Back