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Stimmbandknötchen (Stimmlippenknötchen, Sängerknötchen)

Stimmbandknötchen sind Verdickungen an den Stimmlippen, vergleichbar mit Hornhautschwielen an der Hand. Sie entstehen bei einer Überlastung der Stimmlippen mit ungünstiger Stimmtechnik im mittleren Bereich der Stimmlippen, meistens beidseits und annähernd symmetrisch. Stimmbandknötchen sind zunächst weich und wenig hörbar, später sich vermehrend (fibrosierend) und härter werdend. Damit einhergehend wird die Stimme auditiv auffälliger.

Am häufigsten treten Stimmbandknötchen bei Kindern auf (sog. „Schreiknötchen“) und bilden sich nach der Pubertät häufig von selber zurück. Auch bei jungen Frauen mit vermehrter Stimmbelastung sind Stimmlippenknötchen oft zu finden.

Oft kommen Patienten und sagen: „Ich habe Knötchen auf den Stimmbändern“. Als Behandlung wird primär eine Stimmtherapie zur Verbesserung der Stimmtechnik empfohlen. In einigen Fällen, wenn eine klare und belastbare Stimme gewünscht wird, ist das jedoch nicht ausreichend und die Stimmbandknötchen müssen abgetragen werden. Dies kann in Vollnarkose oder transoral mit lokaler Betäubung erfolgen. Stimmchirurgie (Phonochirurgie) bei Knötchen auf den Stimmbändern ist durchaus ratsam bei Kindern mit einem hohen Leidensdruck. Die Fortsetzung der Stimmübungstherapie nach der Operation ist in der Regel zu empfehlen, um ein Wiederauftreten der Veränderung zu verhindern (sogenannte Sandwich-Methode: Stimmtherapie – Operation – Stimmtherapie).

Fazit: Stimmbandknötchen sind zwar eher eine chronische Stimmstörung, diese kann klinisch jedoch mehr oder weniger plötzlich in eine störende Dysphonie übertreten. Meist reicht eine konservative Therapie aus, gegebenenfalls ist eine Operation erforderlich. Besonders für Sänger, aber auch für alle anderen, bieten wir nach der Operation eine Therapie zum Post-Operativen Stimmaufbau an.

Stimmbandknötchen
Stimmbandknötchen
Keine Stimmbandknötchen mehr nach OP
Keine Stimmbandknötchen mehr nach OP

Symptome bei Stimmbandknötchen:
Heiserkeit, Räusperzwang, Töne fehlen, Stimme kippt weg, Stimmpressen.

Fallbeispiel

Anamnese
Die 25 jährige Frau K. arbeitet seit 4 Jahren als Erzieherin in einem Kindergarten. Sie liebt ihren Beruf, der gut zu ihrem Temperament passt, denn sie redet und erzählt gerne und kann sehr gut mit kleinen Kindern umgehen. Ihre Stimme war schon als Kind etwas rau, was sie aber bisher nicht gestört hatte. Seit einiger Zeit verspürt sie jedoch eine verstärkte Stimmanstrengung und Stimmermüdung. Singen strengt sie sehr an und das Singen hoher Töne ist kaum noch möglich.

Befunde
Bei der Untersuchung ist ein leicht heiserer und behauchter Stimmklang zu hören, die Sprechstimme ist relativ laut. Mit der Videolaryngoskopie ist im mittleren Bereich an beiden Stimmlippen eine ausgeprägte Epithelverdickung (sog. Knötchen) zu erkennen. Die Stimmlippen können sich bei Stimmgebung nicht komplett aneinanderlegen. Bei der Stroboskopie zeigt sich ein persistierender Glottisspalt, hier in Form einer sog. Sanduhrglottis.

Empfehlung und Verlauf
Es wird zunächst eine logopädische Stimmtherapie zur Verbesserung der Stimmtechnik empfohlen. Nach einigen Stunden logopädischer Therapie erfolgt die operative Abtragung der Epithelverdickung (‚Knötchen’) beidseits. Nach der Operation ist der Stimmklang klar, auch bei hohen leisen Tönen. Um das erneute Auftreten der Epithelverdickung zu vermeiden, erfolgt nach der Operation nochmals eine logopädische Stimmtherapie.

Erläuterung
Stimmlippenknötchen sind Epithelverdickungen an den Stimmlippen, vergleichbar mit Hornhautschwielen an der Hand beispielsweise nach Gartenarbeit. Sie entstehen bei einer Überlastung der Stimmlippen mit ungünstiger Stimmtechnik im mittleren Bereich der Stimmlippen, meistens beidseits und annähernd symmetrisch.  Als Behandlung ist eine Stimmtherapie zur Verbesserung der Stimmtechnik zu empfehlen. In einigen Fällen ist das jedoch nicht ausreichend und die Epithelverdickungen müssen abgetragen werden, wenn eine klare und belastbare Stimme gewünscht wird.

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