Funktionelle Stimmstörungen

Bei rein funktionellen Stimmstörungen liegt ein unauffälliger Kehlkopfbefund vor und die Stimmstörung ist durch eine ungünstige Stimmtechnik bedingt. Dadurch sind das Schließen und das Schwingungsverhalten der Stimmlippen bei der Stimmgebung gestört.

Ursächlich wird ein multifaktorielles Geschehen angenommen. Mögliche Ursachen sind u.a. konstitutionelle Faktoren (beispielsweise in Form eines von der Anlage her weniger kräftigen und leistungsfähigen Kehlkopfes oder einer Einschränkung der gesamtkörperlichen Konstitution) und habituelle Faktoren (die bewusste oder unbewusste Angewöhnung einer ungünstigen Stimmtechnik, eine nicht passende Sprechstimmlage, die unbewusste Nachahmung anderer ungünstiger Stimmvorbilder und stimmschädigende Angewohnheiten wie beispielsweise Räuspern) oder eine Überlastung der Stimme durch zu langes oder zu lautes Sprechen. Eine Stimmstörung kann auch bei einer schweren Allgemeinerkrankung aufgrund des schlechten Allgemeinzustandes auftreten, ohne dass eine Ursache am Kehlkopf vorliegt.

Mit einer Stimmtherapie kann die stimmliche Leistungsfähigkeit verbessert werden. Inhalt der Therapie können Übungen u.a. zu den verschiedenen Aspekten von Resonanz, Atemführung, Körperwahrnehmung, Muskeltonus, Artikulation, Sprechstimmlage sein.

Bei funktionellen Stimmstörungen unterscheidet man zwischen „Zuviel“ und „Zuwenig“. Es sind Formen, bei denen eine zu große Spannung der Stimmlippen und Kehlkopfmuskeln vorliegt (die sogenannte hyperfunktionelle Dysphonie) und Formen mit zu geringer Spannung (die sogenannte hypofunktionelle Dysphonie). Häufig liegt eine gemischte Symptomatik vor.

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